Förderverein Naturschutz Elbetal e.V.

 

Über uns

 

Die Projekte unseres Fördervereins


  

Die Rüterberger Tongrube

 

   


Nicht nur wegen ihrer Pflanzen- und Tierwelt, sondern auch wegen ihrer kulturhistorischen und geologischen Besonderheiten ist die Rüterberger Tongrube von überregionaler Bedeutung.

Seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde hier zunächst vereinzelt und seit 1889 industriell Ton abgebaut. Bei den Abbauarbeiten traten in den Bodenaufschlüssen sogenannte "Tropfenböden"  zutage, wie sie nur hier in Westmecklenburg zu finden sind. Darüber hinaus wurden auch Schichten von "Diatomeenkohle" freigelegt, die aus den Ablagerungen von Kieselalgen (Diatomeen) entstanden sind.

In den 1970iger Jahren wurde die Tongrube stillgelegt. Schon bald eroberte sich die Natur die Industriebrache zurück. Pionierpflanzen - allen voran Robinien, Espen und Sandbirken - besiedelten die offenen Flächen. Die Tongrube wurde nach dem Abstellen der Entwässerungspumpen zu einem 3 ha großen, sauberen, tief in den Berg eingeschnittenen Stillgewässer. Im Laufe der Jahrzehnte ist in seinem Umfeld ein strukturreicher Laubmischwald mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt entstanden. 

Rund um den See hat unser Förderverein einen Naturlehrpfad angelegt.  Entlang des etwa 1 km langen Wanderwegs kann man nicht nur die Spuren ehemaligen menschlichen Wirkens, sondern auch das Ergebnis einer fast 50 Jahre währenden Naturentwicklung entdecken. Drei Informationsstände zu den Themen Tonabbau, Tropfenböden und Diatomeenkohle informieren die Besucher über geologische Vorgänge, die zum Teil mehrere Millionen Jahre zurückliegen. Weitere Tafeln informieren über die Tier- und Pflanzenwelt in und im Umfeld der Tongrube. 

Ein blütenreicher Sandtrockenrasen am Rande der Tongrube ist mit Obstbäumen alter Sorten gesäumt, deren Früchte zur Reifezeit im September gern gekostet werden können. Die vielfältige Pflanzenwelt bietet Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Insektenarten, insbesondere Wildbienen. Ein Wildbienenheim erlaubt interessante Einblicke in die Brutbiologie dieser nützlichen Insekten.

  


Das Feuchtgebiet Strachau 

 

Ein weiteres Projekt unseres Fördervereins ist eine ca. 9 ha große Fläche in der Nähe des Elbdorfes Strachau.  Hier wurde zur notwendigen Sanierung des Elbdeiches bindiges Erdreich (Klei) gewonnen. Da die Kleischichten jedoch nicht ausreichend mächtig waren, wurde der Abbau eingestellt. Zurück blieben Flachgewässer,  deren Wasserstand mit dem Elbepegel schwankt, Röhrichte und Weidendickicht. Diese Fläche wurde unserem Förderverein 2006 von der Niedersächsischen Landgesellschaft übertragen.

Hier stehen vor allem die Biotoppflege und der Artenschutz im Vordergrund. In den Jahren 2008 und 2009 wurde im Auftrag der Biosphärenreservatsverwaltung "Niedersächsische Elbtalaue" ein Teil der Flachgewässer vertieft und Weidenaufwuchs entfernt. Dadurch entstand ein idealer Lebensraum für Wat- und Wasservögel. Kiebitze, Flussregenpfeifer, Höckerschwäne, Graugänse und verschiedenen Entenarten brüten hier. Die offenen, teils flach überstauten Flächen  werden von Kranichen, Schwarzstörchen, nordischen Gänsen und Schwänen, Grau- und Silberreihern, Enten- und Watvögeln zur Rast- und Nahrungssuche genutzt.  Amphibien, darunter die Rotbauchunke, und viele wasserlebende Kleintierarten haben sich angesiedelt. In den Flachwasserbereichen befinden sich Wasserpflanzengesellschaften in Entwicklung. In anderen Bereichen sind Schilf- und Rohrkolbenbestände und ein Weidenwald entstanden. Er bietet Lebensraum für ein anderes Artenspektrum, dazu gehören Rohrsänger, Rohrweihe und Beutelmeise.  Selbst der Biber hinterlässt hier zeitweise seine Spuren.

Auf den trockneren Wiesenflächen im Randbereich stehen größere Bestände der wilden Karde. Hier ist das Braunkehlchen zu Hause, das immer seltener geeignete Brutplätze findet. Weißdorn- und Wildbirnenpflanzungen entlang eines nahen Wirtschaftsweges sollen das Gebiet künftig noch besser gegen Störungen abschirmen.   

 


Unsere Aktivitäten 

Viele naturnahe Lebensräume bedürfen einer dauerhaften Pflege. Werden offene Flächen der natürlichen Entwicklung (Sukzession) überlassen, verändern sie sich relativ schnell. Es kommt über die Jahre zum Aufwuchs von Sträuchern und Bäumen und schließlich zur Waldbildung. Dies gilt sowohl für die Wiese am Rande der Rüterberger Tongrube als auch für den offenen Bereich im Feuchtgebiet Strachau, auf der Vögel gerne rasten. Diese Flächen werden jährlich gemäht bzw. vom Baumaufwuchs befreit, was  durch den ehrenamtlichen Einsatz der Vereinsmitglieder und bei sehr großem Arbeitsumfang auch durch beauftragt Landwirte mit größerem Gerät geschieht.

Bei den Obstbäumen am Rande der Rüterberger Tongrube sind Baumschnitt, Düngung und - in heißen Sommern - Bewässerung nötig. Jedes Jahr im Frühjahr treffen sich Vereinsmitglieder zum "Frühjahrsputz" in der Tongrube, um den Rundweg begehbar zu halten und die Informationseinrichtungen zu pflegen. Von Zeit zu Zeit werden diese erneuert oder ergänzt, um sie auf dem aktuellen Stand des Wissens zu halten. Ebenso werden die vielen Steckschilder mit den Namen der am Rundweg wachsenden Moose, Farne, Kräuter, Sträucher und Bäume entsprechend der Vegetations- und Jahreszeit ständig ausgetauscht oder erneuert. Auch die Faltblätter, die zu den biologischen und geologischen Besonderheiten der Rüterberger Tongrube und dem Feuchtgebiet in Strachau kostenlos zur Verfügung gestellt werden, erfordern von Zeit zu Zeit Neuauflage oder Nachdruck. Öffentliche Führungen sind ebenfalls ein Teil der vielfältigen Aktivität unseres Vereins.

Diese Arbeiten werden von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich geleistet. Durch Mitgliedsbeiträge und Spenden werden die Kosten für Steuern und geringfügige Sachmittel getragen, für größere Vorhaben und Anschaffungen, z.B. Vertiefung des Gewässers im Feuchtgebiet Strachau, für größere Informationstafeln und -stände sowie für Bänke in der Rüterberger Tongrube, wurden bzw. werden Teilfinanzierungen bei regionalen und überregionalen Institutionen eingeworben. Dazu gehören die Biosphärenreservatsverwaltungen "Niedersächsische Elbtalaue" und "Flusslandschaft Elbe -  Mecklenburg-Vorpommern" und die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE).

Alle Naturfreunde, die den Wunsch haben, unsere Vereinsarbeit durch Spenden, ihr Fachwissen oder ihre praktische Mitarbeit zu unterstützen, sind herzlich willkommen.

 

 

 

  

Vorstände

 

Der amtierende Vorstand:

Dr. Brigitte Königstedt (1. Vorsitzende)

Dr. Karl Dörffling (2. Vorsitzender)

Helga Dörffling (Schatzmeisterin)

Beiräte:

Klaus Schomann

Eleonore Franz

Oliver Schuhmacher