Förderverein Naturschutz Elbetal e.V.

 

Naturbeobachtungen

 

Schneeglöckchen

Am Rande der Rüterberger Tongrube blühen jetzt Tausende von Schneeglöckchen – für viele Menschen der Inbegriff des frühen Frühlings und des Endes des Winters.

Sie können Frost und Schnee trotzen und blühen auch bei Rückfällen in den Winter einfach weiter. Das macht sie so sympathisch.

Das Kleine Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist in weiten Teilen Europas heimisch und liebt frische bis feuchte Laubwälder, in Deutschland in den Mittelgebirgen bis hin zum Alpenvorland aber nicht im norddeutschen Flachland.

Hier wurde es durch die Verwendung als Gartenpflanze verbreitet und durch Gartenabfälle in die Umgebung gebracht. Dort hat es sich an zusagenden Standorten vermehrt und bildet, wie hier, oft eindrucksvolle Bestände. Ähnliches gibt es auch z.B. bei Krokussen (Husumer Schlosspark) oder Blausternchen (Lindener Berg in Hannover).

Das Kleine Schneeglöckchen vermehrt sich auf zweierlei Weise:

Vegetativ durch die Bildung von Tochterzwiebeln sowie generativ durch Aussaat.

Bei dieser zweiten Weise der Ausbreitung bedient sich das Schneeglöckchen einer besonderen „List“. Die Samenkörnchen sind mit einem kleinen Anhängsel versehen, dem Elaiosom, das sehr nahrhaft ist und Fette und Zucker, aber auch Eiweiß und Vitamine enthält. Das ist ein Angebot an Waldameisen, die die Saatkörner in ihren Bau schleppen, das Elaiosom abtrennen und danach die für sie dann uninteressanten Körner wieder wegschaffen. Vielleicht verlieren sie aber auch schon vorher einiges. Auf diese Art kann sich ein Schneeglöckchen gut in der Fläche verbreiten. Den Beständen kann man das auch ansehen, wie die Pflanzen locker verstreut stehen und zu den Rändern weniger werden.

Es gibt noch weitere Waldpflanzen, die Ameisen in dieser Art als Transporter nutzen, z.B. Wald- und Märzveilchen und der Lerchensporn.

Eine sehr alte Gartenpflanze ist das Gefüllte Schneeglöckchen (Galanthus nivalis „Flore Pleno“). Bei ihr sind die Blütenblätter enorm vermehrt; das ging auf Kosten der Fruchtbarkeit – sie sind steril und bilden keine Samen aus. Da sie sich nur durch Tochterzwiebeln vermehren können, stehen sie immer in dichten Trupps zusammen. Eine weitere Verbreitung kann nur zufällig durch mechanische Eingriffe, z.B. durch scharrende Amseln geschehen.

Übrigens duften diese beiden Formen des Schneeglöckchens intensiv nach Honig, besonders wenn sie in die Wärme der Wohnung kommen.

Zwei Dinge möchte ich noch erwähnen: Es gibt noch weitere Schneeglöckchenarten, die für den Garten interessant sind wie z.B. das  Große Schneeglöckchen (Galanthus elwesii), das größer und breitblättriger ist und etwas früher blüht.

Und erwähnenswert die Galanthophilie, die Liebe zu den Schneeglöckchen, die ansonsten ganz normale Menschen dazu bringt, besondere Formen und Sorten zu sammeln und zu jagen, auf Sammlertreffen zu tauschen oder zu stolzen Preisen zu ersteigern – und das nicht etwa nur in England.

17. März 2017                                                      Rüdiger Weddige 

 

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Klein, grün und stimmgewaltig – der Europäische Laubfrosch (Hyla a. arborea)

 

   Mit den ersten warmen Frühlingstagen erwacht das  Leben in der Natur. Rund um die Rüterberger Tongrube  balzen Bunt- und Grünspechte, hört man den Gesang von Heckenbraunelle und Zaunkönig und den Schlag der Meisen. Die ersten Hummeln und Wildbienen sind bereits auf Blütensuche und mit etwas Glück kann man jetzt schon einen Laubfrosch entdecken, der sein Versteck verlassen hat, um, reglos auf einem Blatt sitzend, die Sonnenwärme, zu tanken.

Laubfrosch in der Sonne

  Im Mai/Juni wandern sie zu ihren Laichgewässern. An der Elbe sind es oft flache, besonnte uns pflanzenreiche  Tümpel und überschwemmte Wiesen. Das vielstimmige Äpp-äpp-äpp-äpp  der rufenden Männchen kann eine Lautstärke bis zu 85 Dezibel – fast so laut wie ein Presslufthammer- erreichen. Mit  ausgestülptem Kehlsack, der als Schallverstärker dient, versuchen sich die Männchen nun an Lautstärke zu überbieten. Erst nach Mitternacht kehrt Ruhe ein. Haben sich die Paare gefunden, werden die walnussgroßen Laichballen an den Wasserpflanzen abgesetzt. Bis zu 1200 Eier kann ein Weibchen produzieren. Die Entwicklung der Kaulquappen bis zum Jungfrosch dauert – je nach Wassertemperatur- etwa zwei Monate. 

  Nach der Eiablage kehren die wanderfreudigen Laubfrösche nun zu ihren Sommerlebensräumen zurück. So kommt es, dass man dann gelegentlich Laubfrösche im Brombeer- oder Himbeerbusch, im Weinspalier oder Apfelbaum findet.

Mitunter kann man auch im Herbst Laubfroschrufe hören. Die schönen Tage des Altweibersommers und warmer Regen sind wohl Anreiz genug für die Männchen, sich noch einmal lautstark zu Wort zu melden. Möglicherweise regen Licht, Tageslänge und Temperatur ähnlich wie im Frühjahr noch einmal die Hormonproduktion an – oder  das Rufen ist einfach ein Ausdruck der Lebensfreude.

 Brigitte Königstedt

 

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